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Weihnachten 2020

Ein denkwürdiges Jahr neigt sich dem Ende entgegen und möglicherweise bricht ein völlig anderes Zeitalter an.

Bevor sich nun das letzte Türchen unseres Adventskalenders öffnet, möchten wir Ihnen eine kurze  Geschichte erzählen, die ein klein wenig zum Nachdenken anregen soll. Denn was wäre Weihnachten schließlich ohne Geschichten…

Nein danke, ich will direkt zum letzten Türchen

Die Legende von den Lichtsteinen

Irgendwann, vor sehr langer Zeit, lebte tief in den Wäldern des fernen Landes Luxaria ein fröhliches Wichtelvölkchen, die sich selbst ‚Beati‘ nannten, was ‚Die Glücklichen‘ bedeutet. Die Beati pflegten eine uralten Brauch. Jedes Mal, wenn Sie sich begegneten, schenkten Sie sich gegenseitig herzförmige Steine, die sie ‚Lichtsteine‘ nannten.    

Die Lichtsteine erinnerten Sie daran, dass sie selbst lichtvolle Wesen waren. Indem sie die Steine weiterverschenkten trugen sie dieses Licht in die Welt. Wenn sie jedoch einen Stein geschenkt bekamen, erfüllte dieser ihr Herz mit strahlend goldenem Licht. Durch diesen stetigen Austausch waren sie im Herzen stets voller Freude und Glückseligkeit.

Doch das Leben und die Welt befinden sich in stetem Wandel. Nach vielen Jahren des Glücks brachen auch für die Beati schwere Zeiten an. Heftige Unwetter hatten nahezu die gesamte Ernte vernichtet, das Klima war rauer geworden und die durch Hunger geschwächten Zwerge wurden anfällig für Krankheiten. Die Not war unermesslich groß.

Just in dieser Zeit begab es sich, dass Luminor, der alte Anführer der Beati, einer schwarzen Hexe aus der östlichen Provinz begegnete. Wie es dem Brauch seines Volkes entsprach, schenkte Luminor ihr einen Lichtstein. „Sei kein Narr!“, donnerte die Hexe Luminor an. “Das Licht der Steine ist doch das einzige, was Dir in dieser Zeit der Not noch geblieben ist. Wenn Du es wegschenkst, wird es dir fehlen. Du wirst immer ärmer, bis Du schließlich gar nichts mehr hast!“

Luminor erstarrte. Was, wenn die Hexe recht hatte?  Noch ärmer wollte er auf gar keinen Fall werden. Und so verschloss er seine Lichtsteine in einer schweren, mit dicken Eisenriegeln beschlagenen Truhe und vergrub sie ganz tief am Fuß einer uralten Eiche.   

Die Saat der schwarzen Hexe war in seinem Herzen aufgegangen.

Fortan brach Luminor mit dem Brauch seiner Urahnen, indem er die Lichtsteine, die sein Volk ihm schenkte, nur noch gierig an sich riss, ohne jedoch etwas zurück zu schenken. Nach und nach begannen nun auch die übrigen Wichtel, ihre Lichtsteine zu hüten, wie einen Schatz. Neid und Missgunst traten in ihr Leben.

Und so verloren die Lichtsteine ihren Zauber. In den Herzen der Beati herrschten Kälte und Dunkelheit. Das dunkle Zeitalter war über sie hereingebrochen. In den pechschwarzen Nächten, wenn der eisige Wind scharf von Osten blies, trug er leise das hämische Lachen der schwarzen Hexe in das einst so fröhliche und glückliche Land Luxaria.

Luminor war schon vor langer Zeit gestorben, arm und verbittert. Kaum jemand erinnerte sich mehr an ihn.

Es war wohl Mitte Dezember, als ein schwerer Wintersturm eine mächtige Eiche fällte. Als die Beati sich daran machten, den Baum wegzuschaffen, fanden sie in seinen Wurzeln eine alte Truhe. Völlig eingewachsen war sie und so fest verschlossen, dass die kleinen Wesen Mühe hatten, sie zu öffnen. Natürlich waren Sie bitter enttäuscht, als sie darin nur kleine, herzförmige Steine fanden. Schließlich hatten Sie auf einen Schatz gehofft, der ihre Not und Armut beenden würde.

„Moment“, rief Lumira, ein ganz bezaubernde junge Wichtelmädchen, plötzlich, „das sind die verlorenen Lichtsteine!“

Ihre Mutter hatte Ihr einmal die uralte Geschichte von den Lichtsteinen erzählt. Die hatte sie von ihrer Mutter und die wiederum von ihrer Mutter. Und nun erzählte Lumira den übrigen Zwergen davon. Die hörten zwar zu, waren aber skeptisch. Das waren doch schließlich nur Steine.

„Leute“, fuhr Lumira unbeirrt fort, „es ist bald Weihnachten und wir sind so arm, dass wir nichts zu verschenken haben. Und nun schenkt uns das Schicksal diesen wundervollen Schatz. Lasst uns die Steine untereinander aufteilen, damit wir uns wenigstens zum Weihnachtsfest gegenseitig etwas schenken können. Nur symbolisch, versteht ihr?“

Und die Wichtel verstanden.

Am Weihnachtsabend verschenkten alle ihre Steine an ihre Liebsten oder auch Fremde und bekamen von denen welche zurück geschenkt. Und jedes Mal, wenn ein Stein den Besitzer wechselte, fing er ein klein wenig mehr an zu strahlen. Bald waren die Häuser, alle Straße und Plätze Luxarias von golden strahlendem Licht durchflutet.

Besonders hell strahlt es seither aber wieder in den Herzen der Wichtel.

 

Bis heute ist Glück das einzige, was sich vermehrt, wenn man es teilt.

Und Licht strahlt umso heller, je öfter es weitergegeben wird.

Schenkt ein kleines Licht!

 

 

Wir wünschen „Frohe Weihnachten“!


Und nun Viel Glück beim letzten Türchen des Adventskalenders!