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Die Geschichte des Adventskalenders

2013: Wie mit einer Tombola alles anfing

2013 veranstaltete der damalige Sportkegelclub Falkeneck, dem auch die späteren Gründerinnen der KinderEngel, Anja Nickel und ihre Schwester Petra Bickermann angehörten, ein Kegelturnier.

Im Rahmen dieses Turniers wurdeauch eine Tombola organisiert, deren Erlös einer karikativen Einrichtung zu Gute kommen sollte. Am Ende waren stattliche 3.200,00 € in der Kasse.

Über Alexandra Tolba, eine ehemalige Schulfreundin von Anja, erfuhren die Beiden vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Frankfurt (AKHD). Nachdem man sich ausführlich über die Arbeit des AKHD informiert hatte, wurde beschlossen, diese Einrichtung zu unterstützen.

Anja erzählt

Im Rahmen der Spendenübergabe lernten wir die damalige Koordinatorin des AKHD Frankfurt/ Rhein Main, Lisa Criseo-Brack, kennen und schätzen. Lisa lud uns dann zu einem Infoabend ein, bei dem wir noch viel mehr über die Arbeit des AKHDs erfuhren. Danach stand für uns fest, diese Einrichtung auch zukünftig zu unterstützen.

Meine Schwester Petra wurde ehrenamtliche Helferin und absolvierte den Befähigungskurs für die Begleitung von Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kinder. Ich war mir nicht sicher, ob ich das kann. Aber ich wollte auch was tun und fing an zu recherchieren. Dabei stieß ich auf den Adventskalender des AKHDs Düsseldorf und bestellte einfach mal ein paar Exemplare für Familie und Freunde. Das kam richtig gut an. Und so reifte in unseren Köpfen die Idee, einen eigenen Adventskalender zu Gunsten des AKHD Frankfurt auf die Beine zu stellen.

Damit ging es los. Zunächst mussten viele rechtliche Fragen geklärt und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt werden. Und was wäre ein Adventskalender ohne die ein oder andere Überraschung hinter den Türchen. So begannen wir, nach potenziellen Unterstützern Ausschau zu halten, schrieben hunderte von E-Mails, telefonierten uns Finger und Ohren blutig.


2014: Unser erster Adventskalender

Offenbar hatten die beiden Schwestern einen Nerv getroffen, denn viele Firmen und sogar einige Privatleute sagten spontan ihre Unterstützung zu. Was dann jedoch passierte, hat alle wirklich überrascht. Fast täglich klingelte der Paketbote und bald stapelten sich überall in der Wohnung große und kleine Pakete mit ganz tollen Sachspenden. Es war abenteuerlich (besonders für Anjas beiden neugierigen Fellnasen…). Um in dem sich ausbreitenden Chaos den Überblick zu behalten, musste schließlich eine Datenbank angelegt werden. Auch Layout, Druck und die notarielle Gewinnauslosung mussten noch organisiert werden. Auch hierfür fanden sich dankenswerterweise engagierte Unterstützer.

Irgendwann Ende Oktober 2014 hielt man schließlich voller Stolz die ersten 1.000 Exemplare der Erstauflage in Händen. Und glücklich ist, wer Freunde hat. Hätten sich damals nicht viele Helferlein aus dem Freundeskreis, der Arbeit und dem Sport bereit erklärt, die Werbetrommel zu rühren und bei der Auslieferung der Kalender und später der vielen Gewinne zu unterstützen, alleine hätten es die beiden wohl nicht geschafft. Als Ende Januar 2015 schließlich die letzten Gewinne ausgeliefert waren, waren alle ziemlich geschafft. Aber auch glücklich, da dem AKHD eine stolze Summe übergeben werden konnte.


2015: Nochmal…

Schon bei  der Auslieferung der Gewinne aus dem Vorjahr fragten viele, ob es 2015 auch wieder einen Adventskalender geben würde.

Es hatte sich herumgesprochen und immer mehr Menschen wollten einen Adventskalender.

Inzwischen meldeten sich sogar Firmen, die uns mit Sachpreisen unterstützen wollten.

Und so gab es wieder 1.000 Adventskalender und am Ende eine schöne Spende für den AKHD.


2016: Na klar geht´s weiter

Von 2016 ist leider nur noch das Originalbild erhalten

Fast schon klar, dass auch 2016 wieder 1.000 Adventskalender an den Start gingen und innerhalb weniger Tage ausverkauft waren.

Daher an dieser Stelle einmal ein ganz großes „Dankeschön!“ an all die Unterstützer und die vielen fleißigen Helferlein, die oft unerkannt im Hintergrund rumwuseln und ohne die so ein Projekt überhaupt nicht zu stemmen wäre. Ihr seid wundervoll.

Beispielsweise das Druck- und Pressehaus Naumann in Gelnhausen, das sich von Anfang an um das Layout gekümmert hat.

Danke aber auch an die kleinen Künstler. Das Titelbild des Adventskalenders wird nämlich von Anfang an von Kindern der vom AKHD begleiteten Familien gestaltet. Einfach großartig, mit welcher Begeisterung da gemalt und gebastelt wird.


2017: Ein Schicksalsjahr

Völlig unerwartet verstarb Anjas Schwager Klaus, der zuvor jedes Jahr eine kleine Internetseite mit einem selbst programmierten virtuellen Adventskalender gebastelt hatte.   

Wie sollte es jetzt weitergehen? Wie sollten die Leute erfahren, ob und was sie gewonnen haben? Plötzlich stand alles auf der Kippe.

Doch wie der Zufall so spielt lernte Anja beim Einkaufen Stefan kennen, der sich spontan bereit erklärte, helfend einzuspringen. Nicht ahnend, was noch auf ihn zukommen würde…

Getreu dem Motto “Wenn schon, dann richtig” entstand unter “www.freunde-akhd.de” eine neue Internetseite, die dauerhaft online blieb. Neben vielen Informationen rund um den AKHD, unsere Arbeit und die anderer Unterstützer, gab es nun auch eine technisch völlig neue und aufwendige Online-Version des Adventskalenders.

Auf dem Online-Adventskalender kann ab dem 1. Dezember jeden Tag ein neues virtuelles Türchen geöffnet werden, hinter denen sich die Gewinne verbergen. Gewinne können über ein einfaches Formular direkt online angemeldet werden. Die Zustellung der Gewinne erfolgt dann nach Absprache entweder per Post, durch Abholung oder durch eines unserer vielen ehrenamtlichen Helferlein.

Wir haben nie die Stunden gezählt, die unsere Helferlein und wir mit der Organisation und Abwicklung des Adventskalenders zugebracht haben. Einige hundert dürften es aber jedes Jahr sein. Ab Mai beginnt die Akquise der Sachpreise und spätestens ab Anfang September geht es richtig rund. Alles Sachpreise müssen einzeln in einer Datenbank erfasst werden, aus der unser Notar dann per elektronischem Zufallsgenerator die Gewinnnummern ermittelt. Die vielen ankommenden Pakete müssen gesichtet und eingelagert werden, wofür wir inzwischen ein ganzes Zimmer im kleinen Häuschen von Anja Vaters geräumt haben.

Der virtuelle Adventskalender muss jedes Jahr neu eingerichtet und die Gewinne und Gewinnnummern hinter den 24 Türchen versteckt werden. Und schließlich müssen die Gewinne noch an die stolzen Gewinner verteilt werden. Ende Januar sind dann alle erschöpft aber glücklich, wenn alles geklappt hat und wir dem AKHD den Erlös übergeben können. Zeit zum Durchatmen, bevor im Mai das Ganze wieder von vorne losgeht…

Ach ja, fast vergessen: Wegen der großen Nachfrage und der stetig steigenden Zahl der Unterstützer, die uns die Gewinne zur Verfügung stellen, konnten wir 2017 die Auflage auf 1.200 Adventskalender erhöhen!

Kaum aus der Druckerei uns schon fast ausverkauft. Es ist unglablich!

Übrigens: Damals mussten wir die Gewinnnummern noch einzeln von Hand auf die Kalender schreiben.


Danke an den Lions Club Bad Homburg Hessenpark

Ein besonder Dank geht an dieser Stelle auch an den Lions Club Bad Homburg Hessenpark, der uns in den Jahren 2015, 2016 und 2017 als Schirmherr unterstützt und die Druckkosten des Adventskalenders übernommen hat.


2018: Jubiläum

2018 feierten wir die Jubiläums-Auflage zum 5-jährigen Bestehen des Adventskalenders der Freunde des AKHD Frankfurt / Rhein-Main und Hanau. Erstmals in einer Auflage von 1.500 Stück.

Hätten wir fünf Jahre zuvor auch nur ansatzweise geahnt, welche Ausmaße dieses Herzensprojekt einmal annehmen würde, wir hätten uns sicher nicht getraut, das anzugehen. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Aus vielen Unterstützern sind inzwischen treue Freunde geworden, die jedes Jahr mit Begeisterung dabei sind. Ohne ein solches Netzwerk wäre das alles nicht möglich.

 


2019: Eine stolze Bilanz

Die folgenden Fakten belegen eindrucksvoll, was aus einer einfachen Idee werden kann:

  • Die 6. Auflage betrug wieder 1.500 Exemplare
  • 155 Unterstützer stellten uns
  • 670 Sachpreise
  • im Gesamtwert von 18.900,- € zur Verfügung
  • Die Gewinnwahrscheinlichkeit lag bei über 37%
  • Dabei gab es 458 Einfachgewinner
  • 82 Doppelgewinner
  • und sogar 16 Dreifachgewinner

Am Ende stand ein Reinerlös in Höhe von fast 17.600,- €, der zu gleichen Teilen an die AKHD-Dienste in Frankfurt am Main und Hanau gespendet wurde!


2020: Die KinderEngel erblicken das Licht der Welt

Durch die Vereinsgründung des “KinderEngel RheinMain e.V.” sind wir jetzt voll geschäftsfähig, was die Arbeit erheblich vereinfacht. Und natürlich soll die Erfolgsgeschichte des Adventskalenders auch in Zukunft fortgesetzt werden. Auch wenn sich der Vereinszweck nicht mehr ausschließlich um die Unterstützung der AKHD´s dreht, so besteht doch Einigkeit darüber, dass der Erlös des Adventskalenders auch zukünftig zu gleichen Teilen den AKHD-Diensten Frankfurt am Main und Hanau zu Gute kommen soll.

Während die ganze Welt angesichts der sogenannten “Corona-Krise” zeitweise wie gelähmt erschien, gingen die Vorbereitungen für die 7. Auflage unbeirrt weiter. Und wir waren zuversichtlich, dass wir es auch in diesem verrückten Jahr wieder hinbekommen und etwas großartiges auf die Beine stellen können. Bereits Mitte Juli hatten wir die ersten Anfragen für Vorbestellungen.

Inzwischen ist es eine schöne Tradition, dass jedes Jahr ein Kind aus den Reihen des AKHD das Bild für den Adventskalender malt. In diesem Jahr war es die 11-jährige Nele, die mit etwas Hilfe ihrer Mama  Nicole dieses wunderschöne Motiv gemalt und gebastelt hat.

Nele hat eine seltene Stoffwechselerkrankung (Mukopolysaccharidose Typ 3b) und die Familie wird schon seit 2012 durch den AKHD begleitet. Während des Lockdowns konnte man nicht viel unternehmen und so haben sich die beiden angeboten, sich kreativ zu betätigen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wegen der stetig steigenden Nachfrage und in Anlehnung an unser Gründungsjahr haben wir die Auflage auf 2020 Kalender erhöht. Allerdings erst, nachdem sichergestellt war, dass auch ausreichend Gewinne zur Vefügung stehen. Mit Hilfe unserer langjährigen, sowie vieler neuer Unterstützer, kamen rund 750 Sachpreise zusammen, so dass theoretisch mehr als jeder dritte Kalender gewinnt. 


2021: Corona und kein Ende

Wer hätte es gedacht, dass die Angst vor einem winzig kleinen Virus einmal fast die ganze Welt lähmt?

Auch wir hatten lange die Befürchtung, dass die nunmehr bereits 8. Auflage ein Opfer von Corona werden könnte. Einige langjährige Unterstützer teilten uns voller Bedauern mit, dass sie durch die monatelangen Lockdowns, Arbeitsverbote und andere Begleiterscheinungen der Pandemie, selbst ums Überleben kämpfen müssen und uns daher leider aktuell nicht unterstützen können. Verständlich. Andere haben trotz eigener Not wie selbstverständlich zugesagt, uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Und schließlich konnten wir sogar neue Unterstützer gewinnen.

Bis zum Redaktionsschluss und dem Termin für die notarielle Auslosung der Gewinne Mitte September hatten wir 157 Zusagen von Firmen und satte 840 Gewinne zusammen. Die Türchen sind also wieder prall gefüllt. Schön, wenn es mitten in einer globalen Kriese ein kleines Licht der Hoffnung gibt.

Hier sind Jesse und sein Bruder Marek noch bei der Arbeit am diesjährigen Titelbild.

Jesse, den jungen Mann links im Bild, und seine Familie kennen wir auch schon sehr lange und konnten bereits bei seiner Reittherapie und einer Delfintherapie unterstüzen.   

Dieses Jahr warten 2100 Exemplare auf Abnehmer. Und umgekehrt…


Ausblick

Momentan, Stand Anfang Oktober 2021, weiß noch niemand, wie es mit Corona und den Folgen weitergeht. Wird es auch 2022 wieder einen Adventskalender geben? Werden wir genug Unterstützer finden? Werden unsere teils langjährigen Unterstützer und Freunde die Krise meistern und wirtschaftlich überleben? Und vor allem gesund bleiben?

Fragen über Fragen, die auch uns manchmal fast verzweifeln lassen. Aber halt nur fast!

Um einen lieben Freund, der sich seit langer Zeit erfolgreich gegen eine schwere Krankheit stemmt, zu zitieren:

“Weiter, immer weiter…!”